//Schweinezuchtexperte zu Besuch

Schweinezuchtexperte zu Besuch

© Gutsverwaltung Hardegg

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Hardegg: Herr Dr. de Jong, wir reden in Österreich aktuell wieder stark über PRRS. Was können Sie Betrieben zur Krankheit sagen und was können Betriebe tun? (Anm: Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome/Reproduktions- und Atemwegssyndrom bei Schweinen)

Dr. de Jong: Ich denke, dass es Betriebe mit und ohne diese Probleme gibt. Beide kennt man in Österreich. Es ist aber sicher möglich, einen Bestand ohne PRRS zu führen. Das hat sich auch in Ihrem Betrieb schon seit vielen Jahren bewiesen, ohne dass es einen sehr hohen Aufwand dabei gibt. Nur, wenn man die sogenannte „Bio Security“ beachtet, dann gelingt dies auch.

Hardegg: Wie genau geht das?

Dr. de Jong: Besonders im Winter muss man die Überlebenszeit dieses Virus beachten. Die Bestände, welche Probleme haben, die sollten ein richtiges Programm fahren, damit es zu einer Lösung kommt. Vor allem Betriebe, welche eine kleinere Anzahl von Tieren besitzen, haben eine hohe Chance, auch in Perioden mit schlechten Preisen ihren Bestand zu räumen und wieder aufzubauen mit gesunden (PRRS-freien) Tieren.

Hardegg: Warum ist die PRRS-Freiheit so wichtig?

Dr. de Jong: Die PRRS-Freiheit hat große Bedeutung für die Rentabilität eines Betriebes. Wenn die Infektion einen Sauenbestand befällt, dann liegen die Verluste sehr schnell bei 100 Euro pro Sau. Besonders hinsichtlich der Ferkelverluste und Aborte, aber auch der respiratorischen Probleme hat diese Krankheit auch eine Bedeutung für die Mastschweinproduktion, nämlich 10-20 Euro pro Mastschwein. Es ist daher sehr wichtig, dass man den Virus so gut wie möglich vom Bestand fernhält.

Hardegg: Vielen Dank für das Gespräch!

2018-01-22T11:20:56+00:00