//Landwirtschaft muss wieder an sich glauben

Landwirtschaft muss wieder an sich glauben

© Gutsverwaltung Hardegg

© Gutsverwaltung Hardegg

Dialogforum: Druck vom Markt & Wege zum selbstbestimmten Wirtschaften

Am 1. Februar trafen die Mitglieder des Dialogforums für zeitgemäße Landwirtschaft bereits zum sechsten Mal zusammen. Auf Einladung von Dipl.-Ing. Stefan Dörfler, EBÖ Vorstandsvorsitzender, fand das Netzwerktreffen diesmal im hochmodernen Erste Campus in Wien statt. Im Zentrum standen die aktuellen Herausforderungen des Wirtschaftssektors Landwirtschaft sowie Lösungsansätze, wie in der Agrarbranche wieder neue Perspektiven geschaffen werden könnten.

Nachholbedarf bei Financial Literacy

Anlass für den Fokus auf das Thema „Landwirtschaftliche Betriebe unter Druck – Financial Literacy als Weg zu selbstbestimmtem Wirtschaften“ gab die, von Maximilian Hardegg initiierte, WU-Studie zu Landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Niederösterreich. Die Studie legte offen, dass Agrarbetriebe in Sachen Buchführung und Kostenoptimierung noch starke Defizite aufweisen. Gerade weil sich viele Landwirte in einer schwierigen finanziellen Lage befinden und – auch das zeigt die Studie – oftmals kein Geld für Innovation übrigbleibt, könnte eine solide Buchführung und Kostenoptimierung, großes Potenzial für den Sektor bringen. Die Voraussetzung: Eine Bildungsoffensive in den Bereichen Finanzmärkte und Betriebswirtschaft.

Besuch im Financial Life Park

Ein Lösungsansatz, den die Erste Bank bereits erkannt hat: Im Financial Life Park (FLIP) bietet die Erste Bank Schülern, aber auch interessierten Erwachsenen, die Möglichkeit, sich spielerisch mit dem Thema Finanzbildung auseinanderzusetzen. Im Rahmen des Dialogforums gab es eine exklusive Führung durch das im September eröffnete FLIP. Mit iPads ausgestattet konnten die Mitglieder einige Stationen selbst ausprobieren und so den spannenden didaktischen Zugang zur Finanzbildung kennenlernen.

Wertvolle Inputs & rege Diskussion

Im Anschluss an die Führung startete die Podiumsdiskussion. Dipl.-Ing. Thomas Resl, Direktor der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, präsentierte den Mitgliedern einige aktuelle Statistiken rund um den Agrarsektor (Präsentation). Input, der für rege Diskussion sorgte. Wie Maximilian Hardegg betonte, werden aktuelle Entwicklungen oft in ein zu negatives Licht gerückt. Beispiele sind das Wachstum bzw. der Strukturwandel oder die steigende Nachfrage nach europäischen Lebensmitteln in asiatischen Märkten – diese Veränderungen könnten durchaus auch Chancen für die österreichische Landwirtschaft bedeuten. Was die Landwirtschaft brauche sind Perspektiven wie beispielsweise ein innovatives Agrarumweltprogramm und Selbstbewusstsein. Ein Ansatz, den auch Dipl.-Ing. Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Österreich, in seinem Vortrag verfolgte. Dörfler bezog sich vor allem auf die Parallelen zwischen Finanz- und Landwirtschaft. Beide Sektoren erleben aktuell einen Strukturwandel. Gerade in diesen Zeiten mache unternehmerische Qualität den Unterschied – nur wer Wille zur Innovation zeige, werde sich behaupten können. Fazit: Unternehmertum braucht Menschen, die an sich glauben – ein Credo für die Bank, wie für die Landwirtschaft.

2018-01-04T10:56:16+00:00